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Atrium > Thema des Monats Donnerstag, 09.09.2010
Thema des Monats - September 2010

Die Wüste auf Erden beginnt dort, wo es keine Fenster zum Himmel gibt

Wüstentage konfrontieren mich mit meiner Realität. Es sind Zeiten, in denen mich die Hitze der Tagesgeschäfte verschmachten lässt oder die Kälte der dunklen Nacht vor Angst erzittern lässt. Sie fordern mich heraus, einen neuen Weg, eine neue Perspektive und einen neuen Sinn in meinem Leben zu finden.
Zuerst einmal bedeutet Wüste die strahlende, gleißende Helligkeit, die mich blendet oder fast blind macht. Oder sie konfrontiert mich mit der Dunkelheit des Weges, auf dem ich gehen muss. Es gibt da keine Perspektive mehr, kein Licht mehr und auch keinen Stern. Ich habe für mich erfahren, dass diese Wüstentage dann umso aussichtsloser werden, je weniger ich mich orientieren kann. In diesen Zeiten brauche ich, braucht meine Seele ein Fenster zum Himmel. Wenn ich mich in meinem Innern nicht öffne für eine neue Perspektive, für ein neues Wissen, für eine neue Bewegung, dann verzweifle ich.
Das Fenster zum Himmel ist der Glaube, dass es außerhalb meines Denkens, Fühlens und Handelns noch eine andere Wirklichkeit und einen anderen Raum, eine andere Perspektive gibt, die mich leben lässt.

Der Text ist von Pater Johannes Pausch. Es steht auf Seite 18 seines empfehlenswerten neuen Buches aus dem Kösel Verlag: "Sternstunden und Wüstentage".